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Das Seniorenhaus St. Bonifatius

   

Das Seniorenhaus St. Bonifatius wurde 1965 eingeweiht und bietet 120 Heimplätze und 16 Seniorenwohnungen an. Träger des Hauses ist der katholische Kirchengemeindeverband Kassel, der Dachverband aller 14 katholischen Pfarreien der Stadt Kassel.
Im Seniorenhaus der Alten befindet sich eine Kapelle, in der regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Die vorgesehenen Termine entnehmen Sie bitte dem Sonntagsgruß.

Die Nähe des Seniorenhauses St. Bonifatius deu­tet sich schon an, wenn man in die Bürgistraße einbiegt. Dort werden die ersten Rollstühle ge­schoben. In der gepflegten Außenanlage dieses Hauses wird die Anzahl der Rollstühle größer. Das ist auch ein angenehmes Gefühl, denn es vermit­telt, dass die Alten, die vielleicht nie mehr auf den Rollstuhl werden verzichten können, nach wie vor zur Gemeinschaft gehören. Auch sie werden jeden Tag die für sie so wichtige frische Luft einatmen können. Helfende Menschen sind immer bereit, einen Rollstuhl zu schieben. Die Gediegenheit des Seniorenhauses prägt sich ein, wenn man durch die sich automatisch öff­nenden Türen in das Innere des Hauses tritt. Die freundlichen Atmosphäre wird schon vom Pförtner vermittelt. Er vernimmt nicht nur voller Aufmerk­samkeit alle Fragen und Bitten, sondern er ist auch bemüht, sie so schnell wie möglich zu erfüllen.

1965 wurde das Haus eingerichtet
Einige Minuten des Verweilens in einem der be­quemen Sessel bleiben dennoch. Gedämpfte Musik betont die behagliche Atmosphäre. Roger Whittacker singt gerade. Im Jahr 1965 wurde das Seniorenhaus von dem katholischen Kirchenge­meindeverband eingerichtet. 16 Seniorenwoh­nungen und insgesamt 120 Plätze (teils in 48 Einzel-, teils in Doppelzimmern) bieten ein gemüt­liches Zuhause. Alles, was zum Leben gehört, ist vorhanden. Telefon, Radio, Fernsehen gehören zur Grundausstattung. Sogar Nasszellen und Bal­kone gibt es. Da gerade bei älteren Leuten Notfälle nicht auszuschließen sind, ist eine Notrufanlage vorhanden, durch die schnelle Hilfe möglich wird.

Christliches Selbstverständnis
Eine Hauskapelle, die allen Bewohnern gleicher­maßen zur Verfügung steht - unabhängig jeglicher Konfession -gehört zum christlichen Profil des Hauses ebenso wie Angebote der Seelsorge.
Es gehört zum christlichen Selbstverständnis, den Senioren ihre Fähigkeiten zu erhalten und viel­leicht sogar zu steigern. Also wurden Gymnastik­gruppen gebildet, ein Gedächtnistraining hält den Geist wach, es kann musiziert werden und Spiele werden ausgetragen. Doch das Leben soll nicht nur in dem Seniorenhaus stattfinden. Also werden auch Fahrten in die nähere und weitere Umgebung angeboten.
Gewiss, nicht alle Zimmer und Räumlichkeiten sind leicht zu finden. Auch lange Gänge und Trep­pen können leicht dazu führen, dass man sich ver­läuft. Doch das Gefühl in einem besonders guten Haus zu sein, wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Ein Besuch im Seniorenhaus St. Bonifatius hinter­lässt Spuren. Es sind Spuren der Nachdenklichkeit und der Dankbarkeit

Unsere indischen Schwestern
Sie gehören ganz einfach zu uns, die, wie wir sie nennen, indischen Schwestern. Beim Hochamt am Sonntag sitzen sie immer in einer der vorderen Reihen. Zu erkennen sind sie nicht nur an ihrer schmucken Tracht. Andächtig sind sie wie alle an­deren Gläubigen. Der Weg zu ihnen ist zunächst noch von Erfurcht geprägt. Wie werden sie sein, die Ordensschwestern -gläubig, verhalten, viel­leicht sogar etwas ablehnend? Doch dann kam alles anders. Die anfängliche Scheu wich schnell dem Gefühl einer freudigen Begegnung. Es wurde auch kein Interview mit den dazu gehörenden Fra­gen und Antworten. Nein, wir unterhielten uns ein­fach in vorher nicht geahnter Natürlichkeit. Selbst die Schwestern hatten an dem lustigen Geplauder offensichtlich Spaß.


Pfarrer Diedrich knüpfte die Fäden
Wissenswertes, Interessantes kam in dem Ge­spräch dennoch heraus. Zum Beispiel, dass der bei uns bestens bekannte und beliebte Pfarrer Diedrich die ersten Bande geknüpft hatte. Die Er­füllung seiner Berufung in Indien hatte er bereits begonnen, als er eines Tages im Kloster St. Tho­mas in Kerala anklopfte. Er war nicht allein ge­kommen. Dabei war Frau Stemmler, die in Indien ein Projekt für Kinder betreute. Diese ersten Zu­sammentreffen der Ordensleitung mit Pfarrer Diedrich und Frau Stemmler war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit des Klosters St. Thomas in Kerala mit unserer Gemeinde.

Sie sind zu fünft
Zurzeit sind es fünf Schwestern, die von dem indischen Kerala zu uns gekommen sind. Es sind: Schwester Yincy, Schwester Maria, Schwester Agnes, Schwester Annie und Schwester Juliet. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind gern in Kassel, sie fühlen sich wohl in unserer Gemeinde, und jede von ihnen geht jeden Tag frohgemut an ihre bestimmt nicht leichte Aufgabe heran. Im Kreis ihrer Kolleginnen und Kollegen obliegt ihnen die Pflege der 120 alten Leute. Diese alten Frauen und Männer wohnen auf fünf Stationen. Nur auf einer dieser Stationen wohnen die teilweise Selbständigen, auf den vier anderen Stationen aber liegen die absolut Pflegebedürftigen.

Es sind gute, alte Leute
„Doch es sind alle gute alte Leute", versichern die Schwestern spontan. Am längsten dabei ist Schwester Maria - seit 1991, also rund 15 Jahre. Ihre schwere Arbeit können sie allein kaum schaf­fen, deshalb sind sich auch dankbar, dass sie von einigen weltlichen Schwestern tatkräftig unter­stützt werden. Der Turnus ihrer Arbeit verläuft re„Doch es sind alle gute alte Leute", versichern die Schwestern spontan. Am längsten dabei ist Schwester Maria - seit 1991, also rund 15 Jahre. Ihre schwere Arbeit können sie allein kaum schaf­fen, deshalb sind sich auch dankbar, dass sie von einigen weltlichen Schwestern tatkräftig unter­stützt werden. Der Turnus ihrer Arbeit verläuft re­gelmäßig unregelmäßig. Eine Woche lang müs­sen sie ganze Tage arbeiten und in der darauf fol­genden Woche halbtags. Sie haben also hin und wieder eine Verschnaufpause, die sie zum Sam­meln und Kräfte schöpfen aber auch dringend be­nötigen. Hinzu kommt, dass sie einmal in der Wo­che auch abends zum Gottesdienst in die Kapelle des St. Elisabeth-Krankenhauses gehen. ­gelmäßig unregelmäßig. Eine Woche lang müs­sen sie ganze Tage arbeiten und in der darauf fol­genden Woche halbtags. Sie haben also hin und wieder eine Verschnaufpause, die sie zum Sam­meln und Kräfte schöpfen aber auch dringend be­nötigen. Hinzu kommt, dass sie einmal in der Wo­che auch abends zum Gottesdienst in die Kapelle des St. Elisabeth-Krankenhauses gehen.

Eine vierte Schwester kam hinzu
Geraume Zeit war der als Interviewer gekommene und als Freund gehende Verfasser dieser Zeile, mit drei Schwestern zusammen. Dann ging plötz­lich die Tür auf, und eine vierte Schwester schneite herein. Es war Schwester Annie. „Schneite herein" ist fast wörtlich zu nehmen, denn ihre Schwestern­tracht war wirklich schneeweiß. Mit ihr kam eine weiterer Schuss Frohsinn in die ohnehin lustige Runde. Das, was ihre Mitschwestern zuvor gesagt hatten, bestätigte sie voll und ganz. Nur einmal zögerte sie. Und zwar, als es darum ging, ein Bild hinzuzufügen. Doch als ihr klar war, warum dieser Artikel mit einem Bild von ihnen geschmückt werden sollte und zu welchem Zweck das Ganze geschah, da war auch sie einverstanden. Irgend- wann, dass weiß jede von ihnen, wird ihre schöne Zeit in Kassel zu Ende gehen. Dann wird das Mut­terhaus sie nach Indien zurückholen. Doch wann das sein wird, weiß niemand.

Der Abschied
Alles geht einmal zu Ende. Auch dieses erbauliche Gespräch. Nur eines wollte der Verfasser gern noch wissen: „In welcher Sprache unterhalten Sie sich, wenn Sie unter sich sind?", wollte er noch wissen. „Ach, mal deutsch, mal indisch und manchmal auch etwas englisch", sagte Schwester Annie. „Wie ein Salat eben". Tatsächlich, das hörte sich an wie gemischter Salat aussieht.

Dann begleiteten Schwester Yincy und Schwester Annie ihren Besuch bis zum Taxi, das Schwester Yincy zuvor bereits bestellt hatte. Es war ein fröh­licher und herzlicher Abschied von den Schwes­tern, die einfach zu unserer Gemeinde gehören.


Ein herzliches „Grüß Gott" allen fünf Schwestern.

Horst Biese

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage vom Seniorenhaus St. Bonifatius

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